WANDERER

Ana Viñes S…R…C…

 

Brüder und Schwestern,

Als ich diese Arbeit begann, kam mir das Fragment eines Gedichts in den Sinn, in dem es heißt: "Wanderer, es gibt keinen Weg. Der Weg entsteht beim Gehen".

Ich dachte einen Moment lang darüber nach, warum mir dieser Satz in den Sinn gekommen war, und mir wurde klar, dass in diesen Worten eine große Wahrheit zum Ausdruck kommt, da in ihnen womöglich in verdichteter Form die sieben hermetischen Prinzipien enthalten sind.

Sehen wir also, ob sich dieser Satz auf das erste Prinzip anwenden lässt.

GEIST

Dieses Prinzip besagt, dass «ALLES Geist ist.»

Was wir als Leben, Universum, Energie, Materie, etc. kennen, ist ALLES; weil es nichts über ALLES hinaus geben, denn dann wäre es nicht ALLES.
Was ist dieses ALLES? -können wir uns fragen. Ist es Materie? -nein, denn es ist größer als diese. Ist es Energie? -nein, denn sie stammt von IHM. Ist es das Universum? -nein, denn das ist in IHM. Ist es Leben? -nein, denn das Leben kommt von IHM. Was ist es dann? Wir können es uns nur als GEIST vorstellen; als einen unendlichen lebendigen Geist, verglichen mit dem begrenzten Leben und Geist; wir können nun mal nur mithilfe von Vergleichen verstehen.
Hieraus erkennen wir, dass die ganze Welt, oder Universum der Phänomene, als Ganzes und in seinen Teilen bzw. Einheiten, nur eine geistige Schöpfung ist, die im GEIST DES ALLEINIGEN existiert, in dessen Schoß wir auf ewig leben, uns bewegen und unser Wesen haben.
Tatsächlich ist das ALLES wie der Wanderer, es lässt den Weg beim Gehen entstehen.

KORRESPONDENZEN

Dieses Prinzip besagt: «Wie es oben ist, so ist es unten; wie es unten ist, so ist es oben».

Wenn wir ein wenig über diesen antiken Lehrsatz nachdenken, werden wir uns klar darüber, dass er sehr gut zu dem berühmten Gedichtfragment passt, denn dieses Prinzip sagt uns, dass zwischen den Gesetzen und Phänomenen der verschiedenen Existenz-Ebenen immer eine Entsprechung vorhanden ist.
Dieses Prinzip ist von universeller Gültigkeit und Manifestation auf den verschiedenen Ebenen der Existenz, der materiellen, geistigen und spirituellen. Es ist ein universelles Gesetz. Deshalb folgt daraus, dass, wenn der Mensch eine geistige Schöpfung Gottes und als sein Abbild erschaffen wurde, der Mensch aufgrund dieses Korrespondenz-Prinzips auf seiner eigenen Schwingungsebene ebenfalls erschaffen kann.
Deshalb können wir auch auf dieses Prinzip den Satz anwenden, denn der Wanderer lässt den Weg entstehen, indem er sein Schicksal erschafft.

SCHWINGUNG

«Alles ist in Bewegung, alles schwingt, nichts ist in Ruhe»

Dieses Prinzip besagt, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Manifestationen, also Materie, Energie, etc. die Folge von variablen Schwingungsfrequenzen sind. Vom ALLES angefangen, das reiner Geist ist, bis hinunter zur dichtesten materiellen Form, befindet sich alles und jedes in Schwingung.
Die Schwingung des Spirituellen ist von so hoher Intensität, dass sie sich praktisch in Ruhe befindet. Und im Gegenpol, das heißt in der Materie, gibt es ebenso Formen, deren Schwingungen so niedrig sind, dass sie in Ruhe zu sein scheinen (wie z.B. die Steine), und zwischen diesen zwei Polen existieren natürlich wiederum Abermillionen von variablen Schwingungs-Graden, eingeschlossen die Zwischen-Ebenen aus Energie, Kraft und Geist.

Wenn diese Schwingung, wie gezeigt wurde, dauernd ist und Bewegung erzeugt, kann gut der Satz auf sie angewendet werden: «Der Weg entsteht beim Gehen»

POLARITÄTD

«Alles ist dual, alles hat zwei Pole; alles hat sein Gegensatzpaar, die Gegensätze sind identisch in ihrer Natur, aber dem Grad nach verschieden».

Dem Menschen ist seit jeher etwas bekannt gewesen, das Ähnlichkeit mit diesem Prinzip hatte, und das er mithilfe von Sprichwörtern und Merksprüchen ausdrückte, wie: alles ist und ist gleichzeitig nicht, alles hat zwei Seiten, alle Wahrheit ist zur Hälfte falsch, etc. woraus wir ersehen können, dass das ALLES und die Vielen das Gleiche sind, wobei der Unterschied nur eine Frage des Grades der geistigen Manifestation ist. So sind das GESETZ und die Gesetze die zwei Pole eines einzigen Ganzen.

Wenn wir es auf die materielle Ebene anwenden, können wir es in vielen verschiedenen Aspekten sehen, wie Kälte-Wärme, Licht-Dunkelheit, Osten-Westen, Weiß-Schwarz, etc. Die Begriffe sind nicht absolut; normalerweise nennen wir ein Extrem auf der Skala gut und das andere schlecht, je nachdem wie wir die Begriffe gebrauchen, aber wir müssen uns immer im Klaren darüber sein, dass, wie gut eine Sache auch sein mag, es immer eine bessere geben wird und umgekehrt.

Auf der geistigen Ebene geschieht das Gleiche, nehmen wir als Beispiel Liebe-Hass; wir alle halten sie für diametral entgegengesetzt, unversöhnbar, aber wenn wir dieses Prinzip der Polarität anwenden, finden wir, dass es absolute Liebe oder absoluten Hass als voneinander unterschiedene Dinge gar nicht gibt, denn wenn wir die ganze Skala durchlaufen, bis wir uns im Zentrum befinden, stellen wir fest, dass diese Begriffe so an Kraft verlieren werden, dass wir nur mit Schwierigkeiten unterscheiden können, welches das Eine und welches das Andere ist. Eine gründliche Kenntnis dieses Prinzips kann uns befähigen, unsere eigenen mentalen Zustände und die der Anderen besser zu verstehen; wir werden feststellen, dass wir, weil es nur eine Frage der Grade ist, fähig sein können, die Schwingung willentlich zu erhöhen oder zu senken, womit wir aus der Sklaverei unserer geistigen Zustände freikommen, was mich daran denken lässt, dass wir alle Wanderer sind und den Weg entstehen lassen, indem wir vorwärts gehen.

RHYTMUS

«Alles fließt, außen und innen; alles hat seine Gezeiten; in allem manifestiert sich der Ausschlag des Pendels; das Maß des Ausschlags nach rechts ist das gleiche wie das nach links, der Rhythmus gleicht aus».

Wie wir alle wissen, ruft jede Aktion immer eine Reaktion hervor. Das gilt für alle Angelegenheiten des Universums, der Welten, der Menschen, der Tiere, des Geistes, der Energie und der Materie. Dieses Gesetz ist an der Erschaffung und Zerstörung von Welten, am Aufstieg und Niedergang von Nationen, am Leben der Dinge, und natürlich auch an den geistigen Zuständen des Menschen ursächlich beteiligt.

Wenn wir die bisherigen Prinzipien kennen, und wenn wir lernen, wie dieses Prinzip zu benutzen ist, können wir unseren Rhythmus anpassen, indem wir ihn in dem Punkt polarisieren, in dem wir möchten, dass er ruhen soll, denn so können wir den Ausschlag des Pendels neutralisieren, der uns zum anderen Pol führen würde, wenn wir uns durch die Trägheit jenes Pendels mitschleifen ließen, das immer in Bewegung ist.

URSACHE UND WIRKUNG

«Alle Ursache hat ihre Wirkung, und jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht in Übereinstimmung mit dem GESETZ; der Zufall ist nur eine Bezeichnung für das nicht erkannte Gesetz».

In Bezug auf dieses Prinzip werde ich mich an das halten, was in dem inspirierenden Buch DAS KYBALION steht, weil es dieses Prinzip auf sehr klar zusammengefasste Weise zum Ausdruck bringt.

Es erklärt, dass alles in Übereinstimmung mit dem GESETZ geschieht; dass es so etwas wie Zufall nicht gibt; dass, solange verschiedene Ebenen von Ursache und Wirkung vorhanden sind, wobei die niedrigeren Ebenen von den höheren beherrscht werden, trotzdem nichts dem GESETZ entkommt.

Die Menschenmassen lassen sich normalerweise von ihre Hörigkeit an die Umgebung leiten, vom Willen und den Wünschen anderer, die stärker sind als sie, von der Suggestion und von anderen externen Ursachen, von denen sie hin und her geworfen werden, wie Bauern auf dem Schachbrett des Lebens. Wenn wir, die wir diesen Weg aufgenommen haben, uns fleißig diesen Studien widmen, werden wir dazu gelangen, uns auf den höheren Plan zu erheben und unsere Stimmungen, Charakter, Kräfte und unser Umfeld zu beherrschen; auf diese Weise werden wir zu Bewegern, statt Handlanger zu sein. So werden wir am SPIEL DES LEBENS mitwirken, anstatt durch den Willen Anderer gespielt und bewegt zu werden.

In dem oben Gesagten spiegelt sich wider, dass durch Lernen der Weg zu einem höheren Zustand entsteht.

GESCHLECHT

«Das Geschlecht ist in allem; alles hat sein männliches und weibliches Prinzip; das Geschlecht manifestiert sich auf allen Ebenen»

Das Wort Geschlecht (Genus) leitet sich aus der lateinischen Wortwurzel „gen“ ab und bedeutet zeugen, sich fortpflanzen, generieren, erschaffen, herstellen. Wir wissen, dass sich in Allem ein Geschlecht manifestiert; das männliche und das weibliche Prinzip sind nicht nur auf der physischen Ebene, sondern auch auf der Geistigen und spirituellen gegenwärtig.

Das Geschlechts-Prinzip arbeitet immer in der Richtung der Erzeugung, der Regeneration und der Erschaffung. Jeder Mensch und jedes Ding trägt diese zwei Elemente in sich. Auf der physischen Ebene manifestiert sich das Geschlecht als sexuelles Geschlecht, auf den höheren Ebenen nimmt es subtilere Formen  an, aber das Prinzip ist immer das gleiche. Keine physische, geistige oder spirituelle Schöpfung ist möglich ohne dieses Prinzip.

Auf der geistigen Ebene haben wir mit dem objektiven und dem subjektiven Geist zu tun; hier können wir behaupten, dass das männliche Prinzip dem objektiven Geist entspricht, dem bewussten oder aktiven Geist. Und dass das weibliche Prinzip des Geistes dem subjektiven Geist, dem unwillkürlichen Geist, dem passiven Geist entspricht.

Wenn wir sagen "ich bin“, scheinen das zunächst zwei Worte zu sein, die den Abschluss eines Gedankengangs bilden, aber wenn wir uns näher damit beschäftigen, können wir entdecken, dass dieses „ich bin“ in zwei unterschiedliche Teile oder Aspekte getrennt werden kann; zuerst scheint es da nur ein einziges „ich“ zu geben, aber wenn wir es genauer untersuchen, sehen wir, dass in diesem „ich“ ein „ich“ und ein „mich“ existiert. Das „ich“ repräsentiert den männlichen Teil des geistigen Geschlechts, das „mich“ repräsentiert das weibliche Prinzip; das „ich“ repräsentiert den Aspekt des Seins und das „mich“ den Aspekt des Werdens.

Das weibliche Prinzip kümmert sich um die Arbeit der Erzeugung neuer Gedanken, Konzepte, Ideen, etc. während das männliche Prinzip sich mit der Arbeit des Willens in seinen unterschiedlichen Phasen begnügt. Jedoch ist das weibliche Prinzip ohne die aktive Mitwirkung des Willens vonseiten des männlichen Prinzips gefährdet, nur geistige Bilder zu erzeugen, die auf die von außen erhaltenen Eindrücke zurückzuführen sind, anstatt originelle geistige Schöpfungen zu produzieren.

Wie viele ursprüngliche Gedanken oder Taten werden denn von den gewöhnlichen Menschen hervorgebracht? Sind nicht die meisten Menschen bloße Echos von Anderen, die einen stärkeren Willen oder Geist haben, als sie selbst? Das Problem ist, dass sich der gewöhnliche Mensch vollständig in seinem Bewusstsein des „mich“ aufhält, und sich des sogenannten "ich“ überhaupt nicht bewusst wird.

Wenn wir diese Lehren überdenken wollen, werden wir lernen, dass in allen schöpferischen Manifestationen auf den spirituellen, geistigen und physischen Ebenen immer dieses Prinzip des Geschlechts vorhanden ist. Die Manifestation des männlichen und weiblichen Prinzips funktioniert in der Praxis, weil es auf den unveränderlichen universellen Gesetzen des Lebens beruht.

SCHLUSSFOLGERUNG

Nach dieser Ausführung bin ich zu dem Schluss gelangt, dass diese sieben Prinzipien, die voneinander unabhängig zu sein scheinen, in Wirklichkeit unlösbar miteinander verbunden sind, weil jedes von ihnen, um sich manifestieren zu können,  die anderen in kleinerem oder größerem Maß braucht.

«Wie es oben ist, so ist es unten; wie es unten ist, so ist es oben», «Wanderer, es gibt keinen Weg, der Weg entsteht beim Gehen»

Inneren Frieden!.

 

 

 

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